Produktion in Europa: Warum kurze Wege zählen
Warum wir in Europa produzieren: Faire Mode und kurze Wege
Faire Mode ist mehr als ein Trend. Wer Kleidung kauft, entscheidet auch über Lieferketten, Arbeitsbedingungen und Klimaauswirkungen. In diesem Beitrag zeigen wir, warum Produktion in Europa für HOGBERG ein zentraler Baustein ist, welche Vorteile kurze Wege bringen und wo wir als Marke weiter besser werden wollen.
Zusammenfassung
- Kurze Transportwege reduzieren Emissionen und machen Lieferketten planbarer.
- In Europa gelten verbindliche Regeln für Arbeitszeit, Sicherheit und Rechte von Beschäftigten.
- Gute Verarbeitung und Qualität erhöhen die Lebensdauer und senken den Nachkauf.
- Nachhaltigkeit endet nicht bei der Näherei, Materialien und Energieeinsatz bleiben entscheidend.
Bei HOGBERG werden alle Produkte vom Stoff bis zum fertigen Kleidungsstück in Europa gefertigt. Dazu zählen zum Beispiel das Hawaii Hemd Power, das kölsche Hawaii Hemmche, der kölsche Weihnachtspulli sowie weitere Styles, die wir laufend erweitern. Am Beispiel eines in Polen gefertigten T Shirts wird besonders klar, warum diese Entscheidung einen Unterschied macht.
Kurze Transportwege schonen das Klima
Ein starkes Argument für eine Produktion in Europa sind deutlich geringere Transportemissionen. Kleidung, die in Asien hergestellt und nach Europa verschifft oder eingeflogen wird, legt enorme Distanzen zurück. Der Transportsektor ist in der Europäischen Union für rund ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich und gehört zu den Bereichen, in denen die Emissionen besonders schwer zu senken sind.[1]
Wenn Stoffe in Polen gewebt und Kleidungsstücke dort genäht werden, sind die Wege bis zu Kundinnen und Kunden deutlich kürzer. Die Ware kommt in der Regel per Lkw nach Deutschland und in andere EU Staaten. Das senkt den CO2 Ausstoß im Vergleich zu Lieferketten, in denen Textilien über viele tausend Kilometer aus Übersee transportiert werden enorm.
Europa verfolgt das Ziel, die Emissionen des Verkehrssektors bis 2050 stark zu reduzieren.[1] Kürzere Lieferwege, effizientere Logistik und eine Verlagerung auf weniger emissionsintensive Transportarten sind dafür zentrale Bausteine. Mode, die innerhalb Europas produziert und verteilt wird, passt zu diesem Ansatz.
Faire Arbeitsbedingungen und klare Standards
Nachhaltigkeit endet nicht bei CO2. Es geht auch um Menschen, die ein Produkt herstellen. In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gelten verbindliche Mindeststandards für Arbeitsschutz, Höchstarbeitszeiten, Ruhezeiten und Urlaub. Diese Standards sind unter anderem in EU Regeln und der Arbeitszeitrichtlinie verankert und sollen faire sowie sichere Arbeitsbedingungen gewährleisten.[2][3]
Für Beschäftigte in europäischen Betrieben bedeutet das mehr Rechtssicherheit und eine bessere Kontrolle durch nationale Behörden. Auch wenn Löhne innerhalb Europas unterschiedlich sind, liegen sie oft über dem Niveau vieler Fertigungsstandorte außerhalb Europas. Wer in Europa fertigen lässt, stärkt Lieferketten, in denen Standards nachvollziehbarer sind und Verstöße eher sanktioniert werden können.
Für Kundinnen und Kunden ist das ein wichtiger Teil der Gesamtbilanz. Eine faire Lieferkette besteht nicht nur aus besseren Materialien, sondern auch aus Unternehmen, die Rechte von Beschäftigten achten und Sicherheit am Arbeitsplatz ernst nehmen.
Qualität als langfristiger Nachhaltigkeitsfaktor
Ein weiterer Baustein ist Qualität. Ein gut verarbeitetes T Shirt, das nach vielen Wäschen seine Form behält und angenehm sitzt, muss seltener ersetzt werden als ein Teil minderer Qualität. Langlebige Kleidung spart Ressourcen, weil sie weniger schnell aussortiert wird.
Europäische Textilbetriebe verfügen oft über langjährige Erfahrung, spezialisierte Produktion und engere Qualitätskontrollen. Das zeigt sich am fertigen Produkt. Hemden wie das Hawaii Hemd Power oder unser kölsches Hawaii Hemmche sollen nicht nur optisch überzeugen, sondern auch nach mehreren Saisons noch Freude machen. Hochwertige Stoffe, saubere Nähte und gute Passformen sind deshalb Teil unserer Nachhaltigkeitslogik.
Transparenz wird einfacher, aber sie ist Arbeit
Produktion in Europa macht es einfacher, Lieferketten zu überblicken. Wege sind kürzer, Ansprechpartner erreichbar und Audits realistischer. Trotzdem bleibt Transparenz eine Daueraufgabe. Es reicht nicht zu wissen, wo genäht wird. Entscheidend ist, wie Stoffe entstehen, wie gefärbt wird, welche Energie genutzt wird und wie Verpackung und Versand gestaltet sind.
Für uns bedeutet das: Europa Produktion ist ein Fundament, aber kein Freifahrtschein. Wir arbeiten daran, Informationen verständlich zu kommunizieren und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen, damit du beim Kauf nicht raten musst.
Materialien: Wo wir gut sind und wo wir besser werden wollen
Ein T Shirt aus europäischer Produktion ist ein Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem bleibt die Frage nach den Materialien. Konventionelle Baumwolle benötigt im Anbau viel Wasser und wird in vielen Regionen mit chemischen Pflanzenschutzmitteln angebaut. Zertifizierte Bio Baumwolle kann hier Vorteile bieten. Eine Studie zu Fairtrade zertifizierter Bio Baumwolle zeigt im Vergleich zu konventioneller Baumwolle deutlich geringere Treibhausgasemissionen und weniger Wasserverbrauch.[4]
Für HOGBERG bedeutet das: Wir wollen die Rohstoffseite konsequenter verbessern. Dazu gehören Bio Baumwolle, Zellulosefasern mit guter Rückverfolgbarkeit sowie recycelte Materialien, wo es sinnvoll ist. Parallel ist der Energieeinsatz in der Produktion relevant. Je mehr Betriebe erneuerbare Energien nutzen, desto besser wird die Gesamtbilanz.
Was du als Kundin oder Kunde konkret davon hast
Kurze Wege und klare Standards sind wichtig, aber am Ende zählt auch dein Alltag. Faire Streetwear aus Europa bietet dir meist drei praktische Vorteile: planbare Lieferzeiten, bessere Nachkauf Logik (weil Qualität stabiler ist) und ein besseres Gefühl, weil die Herstellung nachvollziehbarer ist.
Wenn du sehen möchtest, wie das bei HOGBERG konkret aussieht, findest du unsere aktuellen Teile in der Kollektion. Dort kannst du direkt vergleichen, welche Materialien und Schnitte zu dir passen.
FAQ: Produktion in Europa
- Ist Europa Produktion automatisch nachhaltig?
- Nein. Sie ist ein starker Baustein, weil Transportwege kürzer sind und Standards besser kontrollierbar. Wirklich nachhaltig wird Mode erst, wenn Materialien, Energieeinsatz, Verarbeitung, Lebensdauer und Verpackung ebenfalls stimmen.
- Warum sind kurze Wege so relevant?
- Transporte verursachen Emissionen und sind schwer zu dekarbonisieren. Kürzere Lieferwege reduzieren diese Belastung und machen Lieferketten robuster.[1]
- Was bedeutet fair in der EU konkret?
- In der EU gelten verbindliche Regeln zu Arbeitszeit, Ruhezeiten und Arbeitsschutz, ergänzt durch nationale Kontrollen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Rechte von Beschäftigten eingehalten werden.[2][3]
Ehrliche Bilanz und Blick nach vorn
Fair produzierte Mode aus Europa ist in der Regel die bessere Wahl für Mensch und Umwelt. Kürzere Lieferwege reduzieren Emissionen, verbindliche Standards schützen Beschäftigte und gute Qualität verlängert die Lebensdauer. Gleichzeitig bleibt es wichtig, die gesamte Lieferkette im Blick zu behalten, von der Faser über Färbung und Konfektion bis zur Verpackung.
Wer ein T Shirt kauft, das in Polen gewebt und genäht wurde, trifft meist eine bewusstere Entscheidung als beim vergleichbaren Massenprodukt aus Übersee. Perfekt ist das System noch nicht, aber es geht in die richtige Richtung. Mit jedem weiteren Schritt, von besserer Rohstoffwahl bis zu transparenteren Lieferketten, kann faire Mode aus Europa ihren Vorsprung ausbauen.
Wenn du tiefer einsteigen willst, schau dir auch unsere anderen Beiträge in Inside HOGBERG an. Dort findest du mehr zu Materialien, Pflege und Hintergründen.
Quellen
[1] Europäische Kommission, Climate Action: Transport overview Überblick zu Emissionen und Klimawirkung des Transportsektors in Europa.
[2] Europäische Kommission, Fair and just working conditions Informationen über Rechte zu fairen Arbeitsbedingungen in der EU.
[3] Europäische Kommission, Working Time Directive Richtlinien zu Arbeitszeit, Ruhezeiten und Urlaub in der EU.
[4] Fairtrade / CEval, Evaluating the environmental impact of Fairtrade certified cotton in India (2024) Studie zu Umweltwirkungen und Emissionen von Fairtrade zertifizierter Baumwolle in Indien.